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  DIAGNOSE DER HEPATITIS A

 

Diagnose der Hepatitis A - Übersicht
Univ.Doz.Dr.med. Wolfgang Hübl
  
   
ZUSAMMEN-
FASSUNG:
Hepatitis A ist eine häufige Form der Leberentzündung, die durch Viren verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch unter schlechten hygienischen Bedingungen oder über die Nahrung. Die Erkrankung führt zu Übelkeit, Müdigkeit und Gelbsucht. Die Diagnose der Erkrankung erfolgt durch Nachweis von Antikörpern gegen Hepatitis A Viren im Blut. Hepatitis A heilt meist vollkommen aus.
   
NAMEN UND ABKÜRZUNGEN:
Hepatitis: Hepar lateinisch Leber. Die Endung -itis beschreibt in der Medizin entzündliche Veränderungen.

HAV: Hepatitis A Virus
 
HAAg: Hepatitis A Antigen; das HAAg ist ein Teil des Hepatitis A Virus, den man mit bestimmten Antikörpern nachweisen kann; HAAg wird auch HAV-Ag oder HAVAg abgekürzt.
 
RNA: Ribonucleic Acid, dt. Ribonukleinsäure, die Erbsubstanz des Virus, also auch ein Teil des Virus.

Anti-HAV: gegen das Hepatitis A Virus gerichtete Antikörper.

IgM: Immunglobiline (Antikörper) der Klasse M.

IgG: Immunglobiline (Antikörper) der Klasse G.

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ALLGEMEINE INFO:
Was ist eine Hepatitis?
Unter Hepatitis versteht man eine Entzündung der Leber. Die Leber ist dabei oft etwas vergrößert, es kommt zur Vermehrung der weißen Blutkörperchen in der Leber und je nach Schwere der Erkrankung gehen auch mehr oder weniger Leberzellen zugrunde.
Im klinischen Sprachgebrauch versteht man unter Hepatitis meist die durch Viren verursachten Formen (Hepatitis A, B, C, D und E). Eine Hepatitis kann aber auch andere Ursachen haben: Infektionen durch andere Erreger, Gifteinwirkung (z.B. Alkohol), Medikamenteneinnahme, Autoimmunerkrankung, Stoffwechselerkrankungen, Durchblutungsstörungen der Leber.

 

Was ist die Hepatitis A?
Die Hepatitis A ist eine durch Hepatitis A-Viren (=HAV) verursachte Leberentzündung. Sie wurde (und wird teilweise heute noch) auch Hepatitis epidemica genannt, weil immer wieder örtlich und zeitlich begrenzte Ausbrüche (Epidemien) beobachtet werden.

4 Hepatitis A Viren Hepatitis A Viren im Elektronenmikroskop
Hepatitis A Viren sind etwa ein Vierzig-tausendstel Millimeter groß (27 nm).

Man kennt die Erkrankung schon sehr lange, sie wurde früher auch als epidemische Gelbsucht bezeichnet. Dass sie durch ein Virus verursacht wird, vermutete man erst im vorigen Jahrhundert. Die Identifikation des Hepatitis A Virus gelang erst in den 70er Jahren.
Eine der größten Epidemien der letzten Zeit gab es 1988 in Schanghai, wo innerhalb von 3 Monaten fast 300.000 Menschen wegen des Verzehrs roher Muscheln erkrankten (M.L Halliday, Journal of Infectious Diseases, 1999).

 

Wie bekommt man Hepatitis A?
(nach J.A. Cuthbert, Clinical Microbiology Reviews, 2001)
Der erkrankte Mensch scheidet den Erreger im Stuhl aus. Die häufigste Ansteckungsart ist der persönliche Kontakt mit Erkrankten bei mangelnder Hygiene: faeco-orale ("Stuhl-Mund") Schmierinfektion. Auch über verseuchte Nahrungsmittel ist eine Ansteckung möglich (schlecht gekochte Meeresfrüchte, Tiefkühlobst, Salate).
Trinkwasser-verursachte Ausbrüche von Hepatitis A sind in der westlichen Welt sehr selten. Das Virus kann aber im Abwasser monatelang überleben.
Eine Übertragung auf dem Blutweg ist sehr selten aber möglich (Blutkonserven, Gerinnungsfaktorkonzentrate, Mehrfachverwendung von Injektionsnadeln bei Drogenmissbrauch)

 

Wer erkrankt an Hepatitis A?
Prinzipiell kann natürlich jeder erkranken. Besonders häufig erkranken aber Kinder zwischen 5 und 14 Jahren. Erhöhtes Risiko haben Personal in Einrichtungen für Kinder, Kanalarbeiter, Küchenpersonal. Die Erkrankung ist in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen weit häufiger. Daher stellen Reisen in solche Länder einen Risikofaktor dar.

Anteil von Personen, die eine Hepatitis A durchgemacht haben

Durchseuchungsrate Hepatitis A

Nicht berücksichtigt sind Unterschiede innerhalb einzelner Länder. So ist z.B. die Durchseuchung in Norditalien niedrig, in Süditalien hoch.

 

Wann bricht die Erkrankung aus?
Die Zeit zwischen Ansteckung und Krankheit (Inkubationszeit) beträgt 2 bis 6 Wochen.

 

Welche Beschwerden und Zeichen hat man bei Hepatitis A?
Vorweg: Etwa 90% aller Fälle von Hepatitis im Kindesalter laufen unbemerkt ab (im Erwachsenenalter sind dies nur mehr ca. 10%).

  • Etwa 2-6 Wochen nach der Ansteckung beginnt die Hepatitis A meist mit Allgemeinsymptomen: Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Fieber, Muskel/Gelenksschmerzen. Schmerzen oder Druckempfindlichkeit im rechten Oberbauch kommen vor.
    Manche sehen einen plötzlichen Widerwillen gegen Zigaretten als typisches Zeichen einer Hepatitis an.
  • Gleichzeitig mit diesen Symptomen oder bis zu 2 Wochen danach kommen Zeichen der Gelbsucht: erst wird der Harn bräunlich, dann wird die Gelbsucht an der Haut und besonders an der Lederhaut der Augen deutlich.
    Eine Hepatitis A kann aber auch ohne Gelbsucht ablaufen.

     

Wie kann man eine Hepatitis A nachweisen?
Methode der Wahl für den Nachweis einer gerade ablaufenden Hepatitis A ist die Bestimmung von Antikörpern gegen das Hepatitis A Virus im Blut, genauer gesagt von Antikörpern der Klasse IgM (Anti-HAV-IgM). Das ist ein relativ einfacher Labortest, der verlässliche Resultate bringt. Näheres siehe weiter unten.

Will man die Hepatitis A bereits vor ihrem Ausbruch erkennen (z.B. bei Kontaktpersonen von Erkrankten) kann ein Virusnachweis im Stuhl durchgeführt werden (Hepatitis A Antigen-Nachweis = HAAg-Nachweis).

Beispiel des Verlaufs einer Hepatitis A

Graphische Darstellung der Befunde bei Hepatitis A

Nach der Ansteckung passiert für den Patienten einmal fast 4 Wochen lang nichts. Dennoch beginnt er schon nach etwa 2.5 Wochen Viren im Stuhl auszuscheiden und damit für andere ansteckend zu werden. Man könnte bereits jetzt mit Hilfe des HAAg Tests das Virus im Stuhl nachweisen. Kurz vor Ausbruch der Erkrankung steigen die Antikörper gegen das Virus im Blut an (gesamt-Anti-HAV und Anti-HAV-IgM). Dann bricht die Erkrankung aus (Gelbsucht, Übelkeit, Schwäche,....). Sie dauert 5 Wochen. Das Virus im Stuhl ist schon bald nicht mehr vorhanden. Die Anti-HAV-IgM Antikörper bleiben noch längere Zeit positiv, auch nach Ende der Erkrankung. Schließlich verschwinden sie aber. Die Anti-HAV-Antikörper werden lebenslang positiv bleiben und vor weiteren Erkrankungen schützen.

 

Welche anderen Laborbefunde sind bei Hepatitis A auffällig?

  • Die "Leberenzyme" GOT (=AST) und GPT (=ALT) sind erhöht (Spitzenwerte bis weit über 1000 U/l werden beobachtet. Hohe Werte heißen aber nicht unbedingt schwere Erkrankung).
  • Etwas nach den Leberenzymen steigt das Bilirubin an (bleibt aber meist unter 10 mg/dl; höhere Werte sprechen im Allgemeinen für einen schwereren Verlauf). Im Harn findet man ebenfalls Bilirubin und das Urobilinogen ist erhöht.
  • Auch die Alkalische Phosphatase und die Gamma-GT können erhöht sein.
  • Ein wichtiger Befund ist die Prothrombinzeit (PZ, Thromboplastinzeit), die bei vielen Lebererkrankungen vermindert ist, weil die Bildung der Gerinnungsfaktoren gestört ist. Eine deutlich und lange verminderte PZ ist Ausdruck eines schwereren Leberschadens.
  • Auch andere Stoffe, die die Leber herstellt, können verminderte sein: Albumin, Cholinesterase (wenn Erkrankung länger andauert)
  • Bei Hepatitis A findet man typischerweise auch eine Erhöhung der IgM-Antikörper im Blut.
  • Bei der mikroskopischen Untersuchung der Blutzellen fallen wie bei anderen Virusinfekten sog. aktivierte Lymphozyten auf.

 

Wie behandelt man eine Hepatitis A?
Meist keine spezielle Behandlung notwendig. Schonung (strenge Bettruhe scheint nicht notwendig), Vermeidung fettigen Essens. Die sehr seltenen schweren Fälle bedürfen aber einer speziellen Behandlung, die bis zur Lebertransplantation gehen kann.

 

Wie verläuft die Hepatitis A und wie ist die Prognose?
Der Verlauf ist meist gutartig, bis auf wenige Ausnahmen heilt die Hepatitis A innerhalb von 1-12 Wochen vollständig aus. Besonders bei Kindern ist der Verlauf meist kurz und mild. Selten dauert die Erkrankung länger und nur vereinzelt kommt es zu tödlichen Verläufen mit Leberversagen.

 

Kann man Hepatitis A mehr als einmal bekommen?
Erkranken kann man im Allgemeinen nur einmal im Leben. Eine neuerliche Infektion ist aber möglich. Diese verläuft meist unbemerkt, weil man durch die Antikörper im Blut gut geschützt ist.

 

Wie lange ist eine Hepatitis A ansteckend?
Der Stuhl von Infizierten ist leider schon 1 bis 2 Wochen vor Beginn der Erkrankung ansteckend. Bei Beginn der Erkrankung sind nur mehr etwa 50% der Patienten ansteckend. Bei normalem Krankheitsverlauf ist nach 4 Wochen keine Ansteckungsgefahr mehr zu erwarten. Dennoch ist die Einhaltung strenger Hygiene weiter empfohlen, weil Ausnahmen vorkommen.

 

Wie kann man sich vor Hepatitis A schützen?

  • Hygiene
  • Kein Verzehr gefährlicher Lebensmittel in Risikogebieten
  • Aktive Impfung
    Bei der aktiven Impfung werden ungefährlich gemachte Viren injiziert. Der Körper bildet dagegen Antikörper. Dies bietet einen jahrzehntelangen Impfschutz (mindestens 20 Jahre).
  • Passive Impfung
    Man injiziert Antikörper gegen die Hepatitis A Viren. Dies schützt nur etwa 3 Monate. Die passive Impfung kann auch innerhalb von 10 Tagen nach einer vermuteten Infektion verabreicht werden.

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NORMALBEFUNDE:
Anti-HAV-IgM (Blut) negativ (normalerweise findet man keine Anti-HAV-IgM im Blut).
gesamt Anti-HAV (IgG und IgM) (Blut) negativ (bei noch nie an Hepatitis A Erkrankten findet man keine Anti-HAV).
Nach überstandener Hepatitis A kommen Anti-HAV aber auch beim Gesunden vor.
HAAg (Stuhl) negativ
HAV-RNA (Stuhl oder Blut) negativ

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ANTI-HAV-IGM IM BLUT:
Was sind Anti-HAV-IgM?
Bei einer Infektion mit Hepatitis A Viren (=HAV) bildet unsere Abwehr Antikörper (Abwehrstoffe, Immunglobuline) gegen diese Viren um sie zu beseitigen. Und als erstes werden Antikörper von Typ IgM gebildet. Abgekürzt nennt man diese Anti-HAV-IgM.

 

Warum bestimmt man Anti-HAV-IgM im Blut?
Man bestimmt sie zum Nachweis oder zum Ausschluss einer frischen Hepatitis A.
Der Verdacht auf Hepatitis A kann durch Auftreten der weiter oben beschriebenen Beschwerden oder durch auffällige Laborbefunde auftauchen. Sind noch keine Krankheitszeichen vorhanden und besteht nur die Angst sich angesteckt zu haben (z.B. wegen Kontakt mit Erkrankten), dann sind andere Tests wie der HAAg-Nachweis oder der HAV-RNA-Nachweis sinnvoller.

 

Wann und wie lange findet man Anti-HAV-IgM im Blut?
Bereits wenige Tage vor Ausbruch der Erkrankung kann Anti-HAV-IgM positiv werden. Zu Beginn der Erkrankung sind praktisch alle Fälle von Hepatitis A Anti-HAV-IgM positiv.
Der Antikörper bleibt meist bis zu 4 Monate nachweisbar, in Einzelfällen auch länger. Er ist also auch dann noch eine Zeit positiv, wenn die Erkrankung bereits vorbei ist.

 

Was sagt ein positiver Anti-HAV-IgM Befund aus?

Ein positiver Anti-HAV-IgM Befund kann bedeuten

  • Gerade ablaufende (frische) Hepatitis A (häufig)
    Dies ist die häufigste Ursache eines positiven Anti-HAV-IgM Befundes. Der Patient wird entsprechende Beschwerden haben und auch die anderen Laborbefunde werden auf die Hepatitis deuten.
  • Vor kurzem abgelaufene Hepatitis A (selten)
    Der Antikörper bleibt länger positiv (manchmal bis 7 Monate) als die Erkrankung andauert (meist weniger als 3 Monate). Daher kann der Anti-HAV-IgM Befund trotz überstandener Hepatitis A noch positiv sein. Im Gegensatz zum vorigen Punkt wird der Patient aber beschwerdefrei sein und andere Laborbefunde werden normal sein.
  • Falsch positives Anti-HAV-IgM (sehr selten)
    Seltene Fälle von falsch positivem Anti-HAV-IgM wurden beobachtet wenn Anti-HAV-IgG in sehr hoher Konzentration auftraten. Anti-HAV-IgG bleiben nach einer Infektion ein Leben lang im Blut. Bei neuerlicher Infektion schützen sie vor der Erkrankung und können dabei sehr hohe Konzentrationen im Blut erreichen.

 

Was sagt ein negativer Anti-HAV-IgM Befund aus?
Ein negativer HAV-IgM Befund schließt eine Hepatitis A und eine kürzlich abgelaufene Hepatitis A praktisch aus.

 

Wie sicher ist ein Anti-HAV-IgM-Befund?
Zusammengefasst: sehr sicher.

  • Gibt es eine frische Hepatitis A, bei der man keine Anti-HAV-IgM findet ("falsch negativer HAV-IgM-Befund")?
    Gibt es, aber extrem selten. Bei Verdacht kann der Test wiederholt werden oder/und man bestimmt HAAg im Stuhl und HAV-RNA im Blut.
  • Gibt es Gesunde, bei denen man Anti-HAV-IgM im Blut findet ("falsch positiver HAV-IgM-Befund")?
    Ja, das sind vor allem Menschen die die Krankheit schon überstanden haben, aber noch Anti-HAV-IgM im Blut haben. Seltener gibt es echte falsch positive Befunde (siehe weiter oben).

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ANTI-HAV IM BLUT:
Was sind Anti-HAV?
Bei einer Infektion mit Hepatitis A Viren (=HAV) bildet unsere Abwehr Antikörper (Abwehrstoffe, Immunglobuline) gegen diese Viren um sie zu beseitigen. Mit dem Anti-HAV Test werden diese Antikörper bestimmt. Im Gegensatz zum Anti-HAV-IgM Test bestimmt der Anti-HAV Test nicht nur Antikörper der Klasse IgM sondern auch IgG.
Bei einem positiven Befund weiß man daher nicht, ob man IgM oder IgG Antikörper gegen Hepatitis A im Blut hat, man weiß nur, dass man Antikörper gegen Hepatitis A hat.

 

Warum bestimmt man Anti-HAV im Blut?

  • Nachweis einer Immunität gegen Hepatitis A
    Will man überprüfen, ob eine Impfung gegen Hepatitis A notwendig ist, kann man Anti-HAV bestimmen. Findet man Antikörper, wird eine Impfung meist nicht notwendig sein. Ob es sich aber auszahlt vorher zu testen, oder ob es besser ist, ohne vorherige Überprüfung zu impfen, hängt von verschiedenen Faktoren ab (z.B. Alter, Durchseuchungsrate des Landes).
  • Ausschluss einer frischen Hepatitis A
    Findet man keine Anti-HAV im Blut, dann ist eine frische Hepatitis praktisch ausgeschlossen. Der Test wird daher manchmal als erster Suchtest bei Verdacht auf Hepatitis A eingesetzt. Ist er positiv, muss ein Anti-HAV-IgM Test durchgeführt werden, um zu unterscheiden, ob eine überstandene Hepatitis A vorliegt (Anti-HAV-IgM negativ) oder eine frische oder vor kurzem abgelaufene (Anti-HAV-IgM positiv).
    Manche halten diese 2-Stufen-Strategie für nicht notwendig. Sie bestimmen bei Verdacht auf Hepatitis A sofort und ausschließlich Anti-HAV-IgM.

 

Wann und wie lange findet man Anti-HAV im Blut?
Man findet Anti-HAV oft bereits wenige Tage vor Ausbruch einer Hepatitis A, praktisch immer während einer ablaufenden Hepatitis A und danach lebenslang.
Auch nach aktiven Impfungen gegen Hepatitis A ist Anti-HAV positiv.
Die heutigen Anti-HAV Tests sind bereits so empfindlich, dass sie auch nach einer passiven Impfung oder nach Transfusionen von Blut- oder Blutplasma positiv werden können.

 

Was sagt ein positiver Anti-HAV-Befund aus?

Ein positiver Anti-HAV-Befund kann bedeuten

  • Durchgemachte Hepatitis A (häufig)
    Starke geographische Abhängigkeit: in Schweden bei nach 1950 Geborenen nur 2% Positive. In Indien zeigte eine Studie 100% aller Kinder positiv (V.A. Arankalle, Journal of Infectious Diseases, 1995). In Deutschland sank die Rate in den letzten 2 Jahrzehnten von 50% auf 10% (R.Dörries, Medizinische Mikrobiologie, Thieme Verlag, 2002).
    Nach einer durchgemachten Hepatitis A hat man eine lebenslange Immunität gegen die Erkrankung.
  • Zustand nach erfolgreicher aktiver Impfung gegen Hepatitis A (wird wegen zunehmender Reiseaktivität häufiger)
    Nach einer aktiven Impfung besteht eine jahrzehntelange Immunität.
     
  • Gerade ablaufende, frische Hepatitis A (selten; natürlich häufiger, wenn man bei Hepatitis-Verdacht testet)
     
  • Nach passiver Impfung gegen Hepatitis A (selten)
    Dies bedeutet keine dauerhafte Immunität, da diese Antikörper rasch abgebaut werden!
     
  • Nach Transfusion von Blut, Blutplasma oder anderen Blutprodukten von Spendern die eine Hepatitis A durchgemacht haben (sehr selten)
    Dies bedeutet keine dauerhafte Immunität, da diese Antikörper rasch abgebaut werden!
     
  • Beim Säugling kann von der Mutter übertragener Anti-HAV bis zu ein Jahr lang nachweisbar bleiben
    Dies bedeutet keine dauerhafte Immunität, da diese Antikörper letztlich abgebaut werden!

Wenn Zweifel bleiben, ob eine positiver Anti-HAV Test eine echte Immunität anzeigt oder nur wegen einer passiven Impfung oder der Transfusion von Blutprodukten positiv ist, kann ein quantitativer Anti-HAV Nachweis durchgeführt werden.

 

Was sagt ein negativer Anti-HAV-Befund aus?

Ein negativer Anti-HAV-Befund bedeutet:

  • Es liegt derzeit keine Hepatitis A vor und es wurde auch noch keine durchgemacht. Es besteht auch keine Immunität gegen die Erkrankung.

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ANTI-HAV
QUANTITATIV IM BLUT:
Was ist der quantitative Anti-HAV-Test?
Während man beim normalen Anti-HAV Test nur nachprüft, OB Antikörper gegen Hepatitis A im Blut sind, prüft man beim quantitativen Anti-HAV Test auch, WIE VIELE Antikörper im Blut sind. Also, wie hoch die Konzentration des Anti-HAV im Blut ist.

 

Wozu bestimmt man Anti-HAV im Blut quantitativ?

  • Zur weiteren Abklärung eines positiven Anti-HAV Befundes
    Die heutigen Anti-HAV Tests sind so empfindlich, dass auch geringe Antikörpermengen im Blut ein positives Resultat bringen. Das ist einerseits gut, weil man ja keinen Hepatitis-Fall übersehen möchte. Andererseits möchte man mit dem Anti-HAV Test auch überprüfen, ob ein Mensch gegen Hepatitis A immun ist. Und dafür ist es nicht wünschenswert, wenn diese Tests auch dann positiv sind, wenn der Patient nur geringste Mengen Antikörper im Blut hat. Z.B nach einer Transfusion von Blutplasma oder nach einer passiven Impfung. Denn dies bedeutet keinen dauerhaften Schutz vor Hepatitis A.
    Der quantitative Test hilft dies zu unterschieden: bei echter Immunität liegt der Anti-HAV-Spiegel meist weit über 200 IU/l,  nach passiver Impfung oder Transfusion liegt er meist darunter und sinkt außerdem rasch ab.
     
  • Zur Absicherung des Erfolgs der aktiven Impfung (nicht routinemäßig notwendig)
    Eine Anti-HAV-Aktivität von über 40 IU/l spricht für eine Immunität nach einer aktiven Impfung. Meist liegen die Werte klar darüber (zwischen 1000 und 6000 U/l).

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HAAG IM STUHL:
Was ist HAAg?
HAAg steht für Hepatitis A Antigen. Das HAAg ist eine bestimmte Stelle auf dem Hepatitis A Virus, gegen die labortechnisch Antikörper hergestellt wurden. Mit Hilfe dieser Antikörper kann man jetzt das Virus nachweisen.
Man spricht also von HAAg-Nachweis, meint damit aber den Virusnachweis.

 

Warum bestimmt man HAAg im Stuhl?

  • Diagnose der Hepatitis A vor Ausbruch
    Man kann durch Nachweis des HAAg im Stuhl infizierte Personen erkennen, bevor die Krankheit ausgebrochen ist und bevor Anti-HAV-IgM nachweisbar sind.
    Man testet z.B Kontaktpersonen von Erkrankten um eine Infektion möglichst frühzeitig zu erkennen.
  • Abschätzen der Infektiosität (Ansteckungsgefahr)
    HAAg im Stuhl sind ein Maß für die Infektiosität. Solange man HAAg im Stuhl findet, ist der Patient ansteckend.

 

Wann und wie lange findet man HAAg im Stuhl?
Man findet HAAg nur bei frischen, gerade ablaufenden Hepatitis A Infektionen. Dabei kann man HAAg im Stuhl bereits 1-2 Wochen vor Ausbruch der Erkrankung nachweisen. Bei Ausbruch der Erkrankung findet man nur mehr bei etwa der Hälfte der Erkrankten HAAg im Stuhl. Nach vier Wochen findet man meist kein HAAg mehr im Stuhl. Ausnahmen kommen allerdings vor.

 

Was sagt ein positiver HAAg Befund im Stuhl aus?
Ein positiver HAAg Befund beweist eine gerade ablaufende, ansteckende Hepatitis A.

 

Was sagt ein negativer HAAg-Befund im Stuhl aus?
Ein negativer Befund sagt wenig aus, da HAAg auch bei frischer Hepatitis A negativ sein kann.

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HAV-RNA IN BLUT UND STUHL:
Was ist HAV-RNA?
HAV-RNA ist die Hepatitis A Ribonukleinsäure, also die Erbinformation des Hepatitis A Virus. Mit der sog. PCR steht eine Technik zur Verfügung, mit der man RNA auch in kleinsten Mengen nachweisen kann. Der HAV-RNA Test ist daher die empfindlichste Methode Hepatitis A Viren nachzuweisen.

 

Warum bestimmt man HAV-RNA?
Für die Routine-Diagnostik der Hepatitis A ist der Test aus verschiedenen Gründen nicht geeignet.

Spezielle Anwendungen sind:

  • Nachweis langwierig verlaufender (=protrahierter) Hepatitis A Fälle
    Wie oben beschrieben, gelingt die Diagnose einer Hepatitis A meist durch den Nachweis von Anti-HAV-IgM Antikörpern. Nun bleiben diese Antikörper aber noch eine Zeit lang nachweisbar, obwohl die Krankheit schon vorüber ist. Wie beurteilt man jetzt Fälle, bei denen sich die Beschwerden und/oder die Leberbefunde nicht vollständig bessern? Ist das noch auf die Hepatitis A zurückzuführen oder durch eine andere, hinzugekommene Erkrankung verursacht? Oder vielleicht durch eine Leberschädigung, die bereits vor der Hepatitis A vorhanden war? Kann man in solchen Fällen HAV-RNA in Blut oder Stuhl des Patienten nachweisen, spricht das für eine langwierig verlaufende Hepatitis A.
      
  • Untersuchung von Blutkonserven und anderen Blutprodukten auf Verunreinigung mit Hepatitis A Viren
     
  • Nachweis von Infektionsketten
    Man kann nach Vermehrung der HAV-RNA bestimmte Abschnitte der der RNA analysieren, die bei verschiedenen Viren verschieden sind. So kann man erkennen, wie die Infektionswege gelaufen sind, also z.B., ob 2 Menschen wahrscheinlich durch dieselbe Quelle angesteckt wurden.
  • Im Bereich der Nahrungsmittelkontrolle kann man den HAV-RNA Test zur Überprüfung von Lebensmitteln verwenden. Mit diesem Test fand man bei einer Studie in Süditalien in etwa 20% aller am Markt gekauften Muscheln Hepatitis A Viren (M.Chironna, International Journal of Food Microbiology, 2002)

 

Wann und wie lange findet man HAV-RNA?
Im Stuhl ist HAV-RNA bereits 1-2 Wochen vor der Erkrankung nachweisbar (=positiv) und bleibt es bis etwa 4 Wochen nach Beginn der Erkrankung, in Einzelfällen länger.
Auch im Blut ist das Hepatitis A Virus mittels HAV-RNA-Test bei Hepatitis A nachweisbar und zwar noch bevor HAV-IgM positiv wird. Man kann daher durch Untersuchung des Blutes auf HAV-RNA eine Hepatitis A früher erkennen (V.S. de Paula, Journal of Clinical Virology, 2004).

 

Was sagt ein positiver HAV-RNA-Befund aus?
Ein positiver HAV-RNA Befund in Blut oder Stuhl spricht für eine gerade ablaufende Hepatitis A. Findet man HAV-RNA im Stuhl ist eine Ansteckungsgefahr gegeben.

 

Was sagt ein negativer HAV-RNA-Befund aus?
Ein negativer Befund sagt wenig aus. Studien haben gezeigt, dass nur bei einem Teil der an Hepatitis A Erkrankten HAV-RNA im Blut nachweisbar ist. Besonders wenn die Blutabnahmen mehr als 1 Woche nach Beginn der Erkrankung vorgenommen wurden, waren die Ergebnisse oft negativ.

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Letzte Änderung 2005-02-14

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