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  BLUTSENKUNG

 

Blutkörperchen Senkungsreaktion (BSR) - Übersicht
Univ.Doz.Dr.med. Wolfgang Hübl
    
IN DREI SÄTZEN

Die Bestimmung der Blutsenkung ist eine sehr alte Methode, bei der man misst, wie schnell die roten Blutkörperchen absinken. Eine Erhöhung der "Senkung" kommt bei sehr vielen Erkrankungen, harmlosen aber auch schweren, vor. Oft findet sich eine erhöhte Senkung, ohne dass man irgendeine Krankheit nachweisen könnte.

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Die Bestimmung der Blutsenkung ist eine sehr alte Methode, bei der man beobachtet, wie schnell die roten Blutkörperchen im Blut absinken. Man füllt dazu ein dünnes, durchsichtiges Röhrchen mit Blut, lässt es senkrecht stehen, und misst, um wieviel mm die roten Blutkörperchen nach einer Stunde abgesunken sind. Manchmal wird auch noch nach 2h abgelesen, dies bringt aber keine Zusatzinformation. Die Methode existierte in vielen Variationen. Durchgesetzt hat sich die Methode nach Westergren.
Diese einfache Methode ist sehr unspezifisch, das heißt, der Wert ist bei sehr vielen, ganz verschiedenen Erkrankungen erhöht. Auch ist bei manchen Menschen die Blutsenkung immer erhöht, ohne dass man irgendeine Krankheit nachweisen könnte.
Die Bestimmung wird oft als Suchtest eingesetzt, da man glaubt, dass eine normale Senkung viele Erkrankungen sehr unwahrscheinlich macht. Dies ist aber nur teilweise richtig. Wie andere Labortests ist auch die Senkung nur ein Mosaikstein der Diagnose.
Senkung als Entzündungmarker: Die sog. Akutphasenproteine, besonders das CRP, zeigen eine Entzündung rascher und präziser an als die Blutsenkung.

Händische
Senkung

händisch "aufgezogene" Senkungen nach Wstergren

Abbildung oben: links ein frisch aufgezogenes Senkungsröhrchen, rechts eine hohe Senkung (45 mm)
nach einer Stunde.

   
REFERENZ-
BEREICH:
  Bereich Einheit
Männer < 8 mm nach 1h
Frauen

< 11

mm nach 1h

Als Untergrenze wird von manchen
3 mm nach 1h angesehen.
Im Alter Anstieg der Referenzwerte.
   
ERHÖHUNG:
Prinzip: zu Erhöhungen kommt es bei bestimmten Veränderungen der Eiweißkörper oder der roten Blutkörperchen im Blut.
  • Entzündungen, Infektionen
    Erhöhungen erst nach ein bis mehreren Tagen zu erwarten. Auch der Abfall bei Besserung erfolgt sehr langsam (mit einer Halbwertszeit von 4-6 Tagen).
  • Rheumatische Erkrankungen und Kollagenosen (Rheumatische Arthritis, Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Panarteriitis nodosa, Arteriitis Temporalis,..)
  • Maligne Tumoren
  • Paraproteinämien (abnorme Eiweißvermehrung im Blut bei bestimmten Formen von Blut- bzw. Lymphdrüsenkrebs, z.B. Plasmozytom oder Morbus Waldenström). Sehr starke Erhöhungen möglich.
  • Eiweißverluste bei Nierenschäden (nephrotisches Syndrom)
  • Herzinfarkt (nach 2-3 Tagen; kann wochenlang erhöht bleiben)
    Lungeninfarkt oder Lungenembolie
  • Leberzirrhose
  • Leichte Erhöhungen vor der Monatsblutung der Frau
  • Einnahme der "Pille"
  • Schwangerschaft
  • Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie
  • Blutarmut (bes. bei großzelligen Formen wie der Vit.B12/Folsäuremangel- weniger bei kleinzelligen wie der Eisenmangelanämie)
  • Dextraninfusionen
   
VERMINDERUNG:
Prinzip: zu Verminderungen kommt es bei bestimmten Veränderungen der Eiweißkörper oder der roten Blutkörperchen im Blut.
  • Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie, Polyzythämie)
  • Formveränderungen der roten Blutkörperchen (z.B. Sichelzellanämie, Stomatozytose)
  • Manche Infektionen: Typhus
  • Kryoglobulinämie, angeborene Afibrinogenämie
   

 

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Letzte Änderung 2006-01-04

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